Blog-to-go, die Werkstatt für besseres Texten, hat Reiseblogger befragt, wie sie mit den Einschränkungen durch die Coronakrise umgehen. Wie nicht anders zu erwarten war, hat sich das Leben und der berufliche Alltag aller Reiseblogger komplett verändert. Und doch gingen die Befragten ganz unterschiedlich mit der Krise um.

Anja Beckmann, die 2012 nach einem Jahr Weltreise ihren Reise- und Foodblog „Travel on Toast“ gründete, nutzte die„stay at home“-Zeit, um Artikel mit Rezepten, zum Homeoffice, Urlaubsfeeling zu Hause oder zur Balkonbepflanzung zu veröffentlichen. Als die erste Welle langsam abflachte, nahm sie Ausflüge in NRW dazu. Bis auf eine Ausnahme war sie auf ihren Touren im Sommer nur im Auto und Zug unterwegs, in Deutschland sowie in den Niederlanden und in Polen. Auch nach Corona will Anja Beckmann sich vor allem auf Reisen in Deutschland und Europa konzentrieren. Dann hoffentlich im GMC Vandura Van (das Auto des A-Teams, nur mit Gasanlage), den ihr Freund gerade fit macht. Ihr Hund Buddy soll natürlich mit an Bord.

Als „Trolleygirl“ nimmt Antonia Kasparek die Leser ihres gleichnamigen Reise- und Liftestyle-Blogs (www.trolleygirl.de) mit auf Tour. Die Düsseldorfer Journalistin berichtet über Reisen ebenso wie über Wellness, Kulinarik und Design. Nach dem Ausbruch der Pandemie war sie Ende Juni zum ersten Mal wieder unterwegs. Es ging in die Schweiz, nach Österreich, zweimal nach Schweden, nach Sylt und zweimal auf Flusskreuzfahrt auf dem Rhein. Alle Geschichten konnte sie in Tageszeitungen und auf ihrem Blog veröffentlichen, da diese Reiseziele gefragt waren und die Leute wissen wollen, wie Reisen in Corona-Zeiten funktioniert – auch in Bezug auf Fliegen und Kreuzfahrten. 

Mit seinem Reise- und Lifestyle-Blog “Luxify” wendet sich Percy Schoeler an anspruchsvolle Leser, die den schönen Dingen des Lebens zugewandt sind. Neben hochwertigen Uhren liegen ihm Kreuzfahrten besonders am Herzen. Doch anstatt aufs Schiff zu gehen, war Percy Schoeler nach der ersten Welle zunächst als Hoteltester unterwegs. Heute fragt er sich, ob es sinnvoll ist, überhaupt weitere Reiseberichte in einer Zeit zu veröffentlichen, in der de facto niemand mehr reisen kann, oder diese auf das Frühjahr zu verschieben, wenn sich die Situation hoffentlich wieder ein wenig entspannt. Sein liebster Wunsch? – „Dass wir alle bald wieder ohne große Einschränkungen reisen dürfen. Das wünsche ich mir für uns, vor allem aber für die vielen vom Tourismus abhängigen Existenzen, die mir bei Aussagen wie ‚Bleiben Sie bitte zu Hause‘ oder ‚man kann ja auch mal ein Jahr aufs Reisen verzichten‘ viel zu oft komplett ausgeblendet scheinen.“

Die Kunsthistorikerin und Redakteurin Elke Weiler betreibt den MEERBLOG, der seit 2017 viermal zum besten deutschsprachigen Reiseblog gekürt wurde. Die Coronakrise habe zwar einerseits den Stress aus ihrem Leben genommen, sie andererseits aber auch teilarbeitslos gemacht. Aufträge wurden zurückgezogen, Reisen gecancelt, ein Buch verschoben. Durch die Coronakrise habe sie erst so richtig gemerkt, wie sehr das Reisen ihr abgehe. Schön sei für sie, in 2020 ganz ohne Flugscham ausgekommen zu sein. Nun wünscht sie sich, dass die Welt nach Corona klimabewusster agiert. Nachhaltigkeit auf Reisen ist an ihr Hauptthema Slow Travel gekoppelt. „Ich werde in dieser Richtung weiterarbeiten, wenn sämtliche Reisebeschränkungen wieder aufgehoben werden“, so Elke Weiler.

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